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MusicOne: Gefällt euch persönlich Moby und seine Musik?
Torbjörn: Wir waren nicht unbedingt Fans seiner frühen Housetracks. Als wir in die Musikszene kamen, war er ein Untergrund-Star. Und dann ist er für ein Jahre aus unserem Horizone verschwunden. Ich wußte nicht, dass er mit seinem "Play"-Album so erfolgreich war, bis jemand mir davon erzählte.
MusicOne: Du hast gesagt, dass es für Euch wichtig ist, Platten zu verkaufen, um weiter Musik machen zu können...
Svein: Ja, aber nicht zu jedem Preis.
Torbjörn: Weisst du, wenn man Musik zu jedem Preis machen woll, dann ist das eine lustige Idee. Es kann bedeuten, dass du dich total verkaufst und deine Persönlichkeit quasi gelöscht und mit einem Schein, der nicht du bist, übertüncht wird. Auf diese Art und Weise machst du dann Musik, die keinem wehtut, aber die auch nicht interessant ist. Du wagst nichts, wenn du deine Musik für TV oder Radio formatierst. Und es gibt eine Menge Musik dieser Art. Wenn wir sagen, dass wir eine Niche gefunden haben, dann existiert diese Niche in unserer Kenntnis, dass wir nicht alles zu jedem Preis machen werden. Wir wollen keine Musik machen, die die Welt einfach nicht braucht. Wir wollen keine Musik machen, die einfach funktioniert, denn das können wir. Aber dann werfen wir sie weg. Wenn wir etwas anfangen, und wir das Gefühl haben, dass es ‚funktioniert', aber nichts mehr dabei ist, dann schalten wir die Sampler und Computer aus und löschen das Aufnahmemedium, so dass alles gelöscht ist und ins Datennirvana verschwindet. Aber manchmal machen wir Songteile, die mit uns kommunizieren. Diese Sachen streiten mit uns und überzeugen uns, dass sie lebendig bleiben und Leute erreichen wollen. Und wenn wir das erleben, dann fühlen wir, dass wir etwas haben, was die Welt braucht.
MusicOne: Wenn ihr also einen Song aufnehmt, und denn, dass er zu kommerziell klingt, zu wenig wie ihr selbst, dann werft ihr ihn weg?
Torbjörn: Wir haben nichts gegen kommerzielle Musik. Wir lieben kommerzielle Musik. Aber sie sollte nicht so beliebig klingen wie andere Lieder.
Svein: Sie sollte eine Art Identität haben. Musik kann kommerziell sein, aber sie sollte eine Form von Identität haben.
MusicOne: Euer Album ist seit über einem Jahr auf dem deutschen Markt erhältlich...
Torbjörn: ...und keiner kauft es. WARUM???
MusicOne: Das ist eigentlich meine Frage. In England wurde Euer Album neuveröffentlicht und sprang direkt in die Top 5. War das wegen "Remind me" oder aufgrund eines Hypes, den die Plattenfirma in die Welt setzte?
Svein: Ich denke es kam daher, dass einige unserer Tracks endlich im Radio gespielt wurden. Die Leute hörten es, und fragten sich, wer das war. So bekam "Melody A.M." sogar Goldstatus in England. Es fing vor über einem Jahr an, wir bekamen ein paar gute Kritiken und dann startete die Mund-zu-Mund-Propaganda langsam. Es dauert einfach eine Weile, bis von Untergrundmagazinen zu grossen Zeitungen alle über dich schreiben, und ich denke, das war bei uns der Fall.
Torbjörn: Wichtig sind auch die grossen TV shows, wie Top of the Pops.
MusicOne: Ihr wart bei Top of the Pops?
Torbjörn: Neeeeeeiiiiiiinnnnn....aber fast. Wir sollten da auftreten, aber leider kam diese Band Status Quo und hatte eine Wiedervereinigung, und so wählten die TOTP-Macher die statt uns.
Svein: Es sorgte allerdings noch für einige Aufruhr in der Medien- und Musikindustrie, denn Top of the Pops versucht in England, etwas Glaubwürdigkeit hinzu zu gewinnen - und dann luden sie uns für Status Quo wieder aus.
Torbjörn: Stattdessen sind wir dann bei Radio One aufgetreten, in der grössten englischen Radioshow, und es kamen jede Menge SMS mit Messages wie "Warum konnten diese Jungs nicht bei Top of the Pops auftreten?"
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