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MusicOne: Lasst uns nochmal auf eure Musik zurückkommen. Fast jede Rezension eures Album fängt mit folgenden Worten an: "Es gibt zwei Jungs aus Norwegen, und sie bekommen alle ihre Inspirationen von der Mitternachtssonne, den Eisbergen und dem Schnee, und dementsprechend chillig klingt dann auch ihre Musik."
Svein: Also ich will ja nicht bewerten, was andere Leute denken. Aber wenn ich persönlich unsere Musik höre, dann finde ich da kein Eis, keinen Schnee und keine Berge. Ich denke, unsere Musik ist eher heiß. Wenn ich eine Temperatur auswählen müßte, wäre unser Album definitv heiß.
Torbjörn: Es gibt viel mehr Musik, die direkt mit Landschaften oder kulturellen Hintergründen zu tun hat, als unsere. Ich denke, wir haben ein universelles Album gemacht, dass sich Leute in Jamaica, Malta, Kuba, und sonst überall gleichmassen anhören können.
MusicOne: Naja, vielleicht nicht in den USA. Amerikanische Freunde von mir waren nicht so fasziniert von eurer Musik - sie fanden, sie klänge mehr wie Aufzugmusik...
Torbjörn: Die haben aber auch einen komischen Musikgeschmack - naja, die meisten Amerikaner. Ich kann mich auch nicht mit den meisten Sachen identifizieren, die sie hören. Das ganze Drumherum, das Square Dancing und so, das gibt mir nichts. Und wahrscheinlich geht's ihnen genauso mit unserer Musik. Aber das ist ok. Wenn jeder uns mögen würde, wären wir eine ziemlich langweilige Band.
MusicOne: Was für Musik hört ihr persönlich?
Torbjörn: Oh, ich liebe Garth und Meredith Brooks! Nein, war nicht ernst gemeint. Wir hören vieles. Naja, wir hören schön länger Housemusic, und davor, als wir jünger waren, viel Ambient. Das ist einfach ein Teil von uns. Daneben hören wir viel instrumentale Musik, und wir mögen klassische Musik. Aber eher die poppigeren Sachen von Komponisten wie Erik Satie, minimalistische Sounds. Wir hören aber auch amerikanischen HipHop und Poprock wie die Kings of Convenience.
Svein: Wir haben ein Problem mit Bands, die gute Songs schreiben, aber nicht wissen, wie sie sich ausdrücken sollen. Ich höre mir lieber den guten Ausdruck einer mittelmässigen Idee an als die schlechte Ausführung einer guten Idee. Warum? Weil wir Sounds lieben. Wir wollen interessante Sounds. Wir wollen nichts, was langweilig klingt. Zum Beispiel, wenn du einfach eine Gitarre kaufst, sie in deinen Marshall Amplifier reinsteckst und dir denkst, "Wow, klingt super!" Solche Sachen interessieren uns einfach nicht.
MusicOne: Wie lange habt ihr gebraucht, um Eure Songs zu schreiben?
Torbjörn: Wir haben 3 Minuten gebraucht, um die Songs zu schreiben, und 3 Jahre, um die zu machen.
MusicOne: Drei Jahre für ein Album?
Svein: Naja, wir sind, naja, ich würde uns nicht langsam nennen, aber...nein, wir sind nicht langsam.
Torbjörn: Die Sache ist dies: Wir hatten nicht den Plan, ein Album zu machen. Wir sind in Bergen, wo wir jetzt leben zusammengekommen. Eigentlich kommen wir aus Tromsø, der Stadt mit der nördlichsten Universität der Welt. Wir haben uns also in einem stabileren europäischen Klima getroffen, und diesen Track "So easy" aufgenommen. Damals waren wir sehr arm, nicht nur für Norweger sondern für Europäer generell, und konnten uns kein Equipment leisten. Wir haben Leute angefleht, uns Sachen zu leihen, und damit dann das Minimumequipment gehabt, ein Record Set, einen Sampler und einen Atari. Wir machten diesen Track und verbrachten dann den Großteil unserer Tage in den Bergen, und gingen nachts zu Clubs. Es war nicht unbedingt etwas, was wir machen wollten. Irgendwie mußten wir einfach Musik machen, aber wir hatten nicht den Plan, ein Album zu machen. Und als wir dann eine 7-Inch mit einer Auflage von 500 Stück auf den Markt brachten, fingen wir plötzlich an, Anrufe aus ganz Europa zu bekommen...
Svein: ...von Plattenlabels...
Torbjörn: ...and dann ging es einfach richtig los, denn Leute hatten von uns erfahren.
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